logo
Willkommen auf den Seiten der 9. Winterthurer Schachwoche!
(3. - 10. Oktober 2009)

Aktuelles

Rückblick auf die 8. Winterthurer Schachwoche
Hinzugefügt am 16. Juni 2009 von Roman Freuler

rueckblickFür einmal sorgten an der 8. Winterthurer Schachwoche nicht die Turniersieger für die grössten Schlagzeilen, sondern der für die SG Winterthur spielende Schüler Gabriel Gähwiler (Neftenbach). Im Alter von 14 Jahren erreichte er etwas, was zuvor noch keinem Schweizer Spieler in so jungen Jahren gelungen war. Er erzielte sensationell eine Norm für den Titel eines Internationalen Meisters. Zu diesem grössten Erfolg in seiner noch jungen Gabriel GähwilerGabriel GähwilerSchachkarriere benötigte Gabriel im Meisteropen 5½ Punkte. Er erreichte damit dieselbe Punktzahl wie die besten beiden Schweizer im Turnier, GM Joseph Gallagher (Neuenburg) und GM Florian Jenni (Zürich). Gabriel traf in seinen neun Partien auf nicht weniger als einen Grossmeister, fünf Internationale Meister und zwei FIDE-Meister. Die besten Resultate erzielte Gabriel bei seinen Siegen über IM Arseny Kargin (Russland), FM Zoltan Zambo (Ungarn) und FM Patrik Hugentobler (Pfäffikon) und mit den Remis gegen GM Jenni, IM Martin Ballmann (Winterthur) und IM Josef Jurek (Tschechien). Besonders beeindruckte Gabriels brillante Partie gegen IM Kargin und seine Willensleistung in der letzten Runde gegen FM Zambo, als er in einer schlechteren Stellung Komplikationen anstrebte, um in den Verwicklungen seine Gewinnchancen zu suchen, da er während der Partie wusste, dass er nur mit einem Sieg eine IM-Norm realisieren konnte.

Dass ausgerechnet einer der jüngsten Teilnehmer für die eigentliche Sensation besorgt war, ist aber keine Überraschung, standen doch die Turniere der diesjährigen Schachwoche generell im Zeichen der Jugend. Mit dem 12-jährigen Nico Georgiadis (Schindellegi), in der SMM Mannschaftskollege von Gabriel, gelang nämlich auch dem jüngsten Teilnehmer des Meisteropens eines der bisher besten Turniere überhaupt. Als Startnummer 52 (von 54 Teilnehmern) gestartet, klassierte sich Nico schliesslich mit hervorragenden 5 Punkten im 20. Schlussrang. Mit einem Sieg gegen FM Jonathan Humphrey (Australien) als bestem Resultat erreichte Nico eine Performance um 2300 Elo-Punkte.

David HowellGM David Howell, Gewinner des letztjährigen MeisteropensAber auch die Namen der jungen ausländischen Spieler sollte man sich besser merken, wurden doch die vier ersten Plätze im Meisteropen alle von Junioren belegt. Sieger wurde mit 7½ Punkten der 18-jährige David Howell (England). Nur einen Buchholzpunkt dahinter folgte der 19-jährige Axel Bachmann (Paraguay), wiederum gefolgt von dem 18-jährigen IM David Berczes (Ungarn) und dem 18-jährigen IM André Diamant (Brasilien), die beide einen Punkt Rückstand auf die beiden ersten Plätze aufwiesen. Beeindruckend war die vorbildliche kämpferische Einstellung der Spitzenspieler im Teilnehmerfeld. So wurde an den ersten Brettern auch in der letzten Runde unabhängig von der Farbe voll auf Sieg gespielt. Dies machte das Meisteropen, das wohl an der Spitze das stärkstbesetzte Turnier aller Austragungen der Schachwoche war, äusserst attraktiv. Aus dieser Sicht hat sich die Teilung des Teilnehmerfeldes in zwei Turniere vollauf bewährt.

Im Allgemeinen Turnier setzte sich mit 7 Punkten mit Heinz Ernst (Bern) als Senior fast schon als Ausnahme ein Spieler über 25 Jahren durch. Die beiden weiteren Podestplätze gingen aber mit Julian Schärer (Frauenfeld) und Christian Binggeli (Chur) wiederum an Junioren. Schärer und Binggeli mussten sich Ernst nur wegen der (allerdings deutlich) schwächeren Buchholzwertung geschlagen geben. Das 7-rundige Jugendopen wurde mit 6 Punkten von Glenn Petr (Zürich) gewonnen.

SiegerIM Anthony Wirig (Sieger des ACCENTUS-Jungmeisterturniers), GM David Howell (Sieger des Meisteropens) und Heinz Ernst (Gewinner des Opens)Im ACCENTUS-Jungmeisterturnier wurden IM-Normen sowohl von den Schweizern als auch den ausländischen Teilnehmern deutlich verpasst. Trotzdem war auch dieses Turnier äusserst attraktiv. Lange Zeit sah der Russe IM Nikolai Pokazanjev wie der sichere Sieger aus. Er vergab seine Chancen allerdings in den letzten drei Runden, in welchen er gegen Jonathan Rosenthal (Zollikon), FM Axel Rombaldoni (Italien) und den nominell stärksten Spieler IM Peter Prohaszka (Ungarn) gerade mal noch einen halben Punkt holte. Davon profitieren konnte IM Anthony Wirig (Frankreich), der das ausgeglichenste Turnier spielte und sich deshalb auch völlig verdient als Sieger feiern lassen durfte. Mit 6½ Punkten verwies er seine Verfolger mit einem halben Punkt Vorsprung auf die weiteren Plätze. Die Schweizer Teilnehmer mussten alle mit Plätzen in der zweiten Tabellenhälfte Vorlieb nehmen. Spielerisch hielten sie zwar gut mit und dominierten teilweise ihre ausländischen Gegner gar, leider sündigten sie aber zu häufig bei der Verwertung ihres Vorteiles. Trotzdem war das Turnier auch für sie sehr wertvoll, da sie weitere Erfahrung mit der internationalen Härte machen konnten. Sicher mit dem Turnier zufrieden sein konnte Jonathan Rosenthal, der 4 Punkte totalisierte. Mit dem Sieg über IM Pokanzanjev gelang ihm auch eines der herausragenden Einzelresultate des Turnieres (siehe Analyse). Emanuel Schiendorfer (Biberist) klassierte sich mit 3½ Punkten hinter Rosenthal. Marco Lehmann (Bätterkinden) und Kambez Nuri (Richterswil) kamen auf 2½ Punkte. Als bester Schweizer klassierte sich mit dem designierten IM Julien Carron der nominell stärkste Schweizer Teilnehmer mit einem 50%-Resultat im 6. Rang.